Archiv | Eine Stunde History
Was haben Karl der Große, die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse von 1946 und das „Corpus Iuris Civilis“ gemeinsam? Sie prägen unsere Gegenwart, obwohl sie doch so weit in der Vergangenheit liegen. Die Gegenwart ist das Bindeglied zwischen der Vergangenheit, von der sie geformt ist, und der Zukunft, deren Weg sie vorzeichnet. „Eine Stunde History“: jeden Freitag um 15 Uhr als Podcast und jeden Montag um 21 Uhr bei Deutschlandfunk Nova.
"Eine Stunde History" Live-Termine 2026
16.07.2026 - Haus Sindlingen Frankfurt "Tulpenmanie - der erste Börsencrash in Europa 1637"
30.10.2026 Konzerthaus Freiburg "Operation Overcast 1945"
22.11.2026 Volkstheater Rostock "Der Nordische Krieg 1700 - 1721"
Nächste Veranstaltung:
16.07.2026: Haus Sindlingen, Frankfurt "Tulpenmanie - der erste Börsencrash in Europa 1637". Eintritt frei - Anmeldung hier
NÄCHSTE SENDUNGEN 06/2026
15.06.2026: 6/100 - Die Gründung der Römischen Republik 22.06.2026: 7/100 - Xerxes und das Reich der Achämeniden 29.06.2026: 8/100 - Das Alexanderreich

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Ausgezeichnet mit dem Deutschen Podcastpreis 2019
„Eine Stunde History“ heißt es einmal in der Woche bei Deutschlandfunk Nova. Als Podcast und Live-Stream geht es jeweils um ein geschichtliches Thema, das etwas mit unserer Gegenwart zu tun hat. Es begann im Mai 2016 mit den Nürnberger Kriegsverbrecher – Prozessen 1946, die die Vorlage für den heutigen Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag sind. Es folgten Sendungen über das Sykes-Picot-Abkommen von 1917, das mit verantwortlich ist für die politischen Unruhen im Nahen und Mittleren Osten am Beginn des 21. Jahrhunderts. Aber wir haben auch weiter zurückgeblickt: 287 v. Chr. fand das Plebis Scitum der römischen Plebejer im Ständekampf mit den Patriziern statt, das war das Vorbild der heutigen „Plebiszite“. 842 wurden die „Straßburger Eide“ geleistet. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Heerscharen aus dem östlichen und dem westlichen Teil des ehemaligen Frankenreichs von Karl dem Großen nicht mehr verstanden: die einen sprachen einen Vorläufer des heutigen Französisch, die anderen sprachen einen Dialekt, aus dem sich später das Deutsche entwickelte. Die Eide von Straßburg gelten als Geburtsstunde von Frankreich und Deutschland und legen die Spur zu dem besonderen Verhältnis der beiden Staaten zueinander.
„Eine Stunde History“ beschäftigt sich immer mit der Vergangenheit, die in die Gegenwart geholt wird.
Historische Ereignisse werden auf ihre Langzeitwirkung für unser heutiges Leben untersucht. Das erklärt, warum wir wurden, wie wir sind. Da die Vergangenheit Teil unserer Gegenwart ist, sind auch aktuelle politische Entscheidungen, gesellschaftliche Strukturen oder zwischenstaatliche Beziehungen von Ereignissen der Vergangenheit beeinflusst. Geschichte ist die Tagespolitik der Vergangenheit, unsere Politik ist die Geschichte von morgen. Vergangenheit und Gegenwart sind eng verbunden, deshalb sind auch Gegenwart und Zukunft miteinander verwoben.
„Eine Stunde History“ vermittelt die Erkenntnis, dass unser heutiges gesellschaftliches Handeln das Leben späterer Generationen entscheidend prägen wird.
Deshalb soll die Beschäftigung mit der Geschichte Interesse an der Gestaltung der aktuellen Politik wecken. Wir Europäer leben am Beginn des 21. Jahrhunderts in einer einmaligen historischen Konstellation: Zum ersten Mal leben die Völker des Kontinents innerhalb der Europäischen Union nach ungefähr gleichen Prinzipien, Werten und Normen. Die Verfassungen sind ähnlich und es wird überall nach den Regeln einer parlamentarischen Demokratie gehandelt. Auch wenn es derzeit bei einigen EU-Staaten rechtsstaatliche Bedenken gibt, ist das nicht vergleichbar mit dem Zustand, der zwischen 1945 und 1990 den Kontinent in Atem hielt: Der kalte Krieg mit der latenten Androhung eines atomaren Vernichtungsschlages.
„Eine Stunde History“ plädiert deshalb dafür, die Zivilgesellschaft auszubauen und mit Leben zu füllen.
Unterhalb der Schwelle großer Organisationen kann sich jeder Mensch aktiv in die Politik einmischen und politische Entscheidungen beeinflussen. Es ist die logische Konsequenz aus der Beschäftigung mit der Geschichte, denn Geschichte hat sich nicht „einfach ereignet“. Sie war Folge und Konsequenz aus vorhergehenden Handlungen – im Guten wie im Schlechten. Deshalb ist es unsere Aufgabe, die Geschichte von morgen durch verantwortungsvolles Engagement in der Politik von heute zu beeinflussen: nachhaltig, friedensstiftend und umweltbewusst.